00:00
Persönlich
00:30
Christian Zeuge in dem Gespräch mit Gästen.
00:36
Ganz herzlich willkommen zum persönlich an diesem Sonntagmorgen. Seit 15 Jahren Zeit für Lebensgeschichten am Schweizer Radio live oder dann als Podcast, wo immer Sie uns gerade zuhören, unterwegs oder zu Hause. Ein herzliches Grüezi aus dem Stadttheater Solothurn und begrüsse mit mir. Auf der einen Seite die Christine Brand, Bestsellerautorin und ehemalige Gerichtsreporterin, die seit Jahrzehnten in die Abgründe von Menschen schaut und ihre Erfahrungen heute erfolgreich zu Krimi verarbeitet. Guten Morgen Christine Brand.
01:06
Guten Morgen miteinander.
01:07
Schön, dass du hier bist.
01:10
Und Pascal Hildbrand neben ihr, freien Trauredner und leidenschaftlichen Pumpfoiler, die Liebespaare mit dem Jo-Wort in ihrem Bund fürs Leben begleitet und auf dem Wasser übers Leben philosophiert. Herzlich willkommen in persönlich, Pascal Hildbrand.
01:26
Let's go.
01:31
Viele Gegensätze und auch wieder Gemeinsamkeiten bei euch beiden. Öffentlichkeit und allein sein. Ihr stehen in der Öffentlichkeit als erfolgreiche Autorin oder als Redner bei Trauigen. Auf der anderen Seite sind ihr allein beim Chemischreiben als Autorin oder beim Sport auf dem Wasser. Jetzt sind wir gerade im Modus Öffentlichkeit, wir sind hier vor einem vollen Saal, mit Publikum auf der Bühne, vor Leuten und dann auch noch live am Radiokistina Brand. Wo ist es dir wohler? Im Schreibstübli oder so in einem Moment, wenn du in die Gesichter deiner Leserinnen und Leser schenkst?
02:05
Es ist mir nicht unwohl, wenn ich auf der Bühne sitze, zum Glück. Das ist ja ein Geschenk. Es wäre ja blöd, wenn ich da so nervös schlottern würde. Aber grundsätzlich ist es mir schon wöler, wenn ich für mich bin und meine Sachen machen kann und eine leere Agenda habe.
02:18
Eine leere Agenda auch noch?
02:20
Ja, das ist mir das Wichtigste. Das ist mir wöler, als wenn ich von Termin zu Termin düse. Aber es gehört dazu. Und eigentlich ist es auch noch schön, dass es dazugehört. Weil vielleicht würde es mir zu langweilig, wenn ich zu lang allein wäre. Und so ist es doch wie eine gute Balance.
02:35
Das heisst, eine volle Agenda ist z.B. gerade jetzt, wenn du in der Schweiz bist, für etwa 10 Tage?
02:40
Ja.
02:42
Und dann gehst du wieder zurück auf Sansibar? Genau. Sansibar ist das Stichwort, das ich mitnehme. Aber hier zuerst die Frage an Pascal Hildbrand, wo ist dir Wöhler? Allein auf dem Board, auf dem See, gleitend, so ein bisschen wie Jesus auf dem Wasser? Oder dann hier vor den Leuten?
03:01
Das kommt ganz auf den Moment an. Manchmal ist es mir unwohl vor Leuten, manchmal ganz alleine. Und manchmal ist es mir auch sehr wohl vor Leuten. Meistens ist es mir sehr wohl vor Leuten. Ich stehe gerne auf der Bühne. Grundsätzlich rede ich gerne vor Leuten. Natürlich bin ich bei den Traorad sehr gut vorbereitet. Du weisst genau, was ich will. Das ist natürlich eher eine ungewohnte Szenerie für mich.
03:21
Zu wem reden? Zu den Gästen? Zu denen am Radio? Oder zu dir, Christian?
03:26
Aber mit Rampelicht kannst du gut umgehen? Kein Problem. Eben zum Beispiel auch als Musiker stehst du auf der Bühne. Ah ja, genau.
03:34
Das haben wir noch vergessen, gell?
03:36
Mit einer ganz lustigen Combo zu zweit, die ihr unterwegs seid. Ja, ich hatte mal eine Funkband, Fanka Sutra.
03:43
Fanka Sutra. Dann hat der Jones mich gefragt, wollen wir nicht mal zusammen Musik machen? Seit fast zehn Jahren. Ich sage immer, er ist meine längste Freundin, der Jones. Jetzt machen wir zusammen Musik. Jetzt macht er zusammen auch noch Musik. Genau.
03:57
Als Duo. Als Duo. Ja, an Pascal Uffald ist der Rauschebart.
04:02
Ja, den kann ich nicht bieten.
04:05
Und bei der Haarlänge müsst ihr jetzt gerade schauen, wer von euch beiden eigentlich längere Haare hat. Ja, das ist gemein, ich war gestern beim Gewaffeln. Bist du beim Gewaffeln?
04:12
Vorher war es etwas von Länge.
04:14
Also ich war seit 15 Jahren beim Gewaffeln.
04:18
Ist das eine bewusste Zeit gewesen, Pascal? Weil das ist ja wirklich, das ist Teil von deinem Äusseren, der lange Bart, der quasi bis auf die Brust runtergeht und die langen Haare. Hättest du mal gesagt, so, jetzt gehe ich einfach nicht mehr zu länges.
04:29
Ich fand einfach, ich mache das, was sich gut anfühlt. Das ist ein Maxim in meinem Leben. Ich mache das, was sich richtig anfühlt. Es fühlt sich auf einen Moment richtig an, jeden Tag zu schneiden und dann zu kratzen.
04:40
Jetzt nimmst du zu mir.
04:44
Aber sag mal, wenn du jetzt im jüngeren Jahr mit dem langen Schnauzer und dann lernt man jemanden kennen und dann kommt man sich zum ersten Mal näher. Das hat seine Nachteile.
04:57
Ich erinnere mich an die Hinterlacke. Im Ausgang mit 22 Jahren habe ich wirklich noch einen längeren Bart. Manchmal habe ich die Haare noch über den Oberlippen gestutzt. Aber die Stechen haben mich gefunden, dass ich jetzt mal wachsen lassen lassen. Und dann im Ausgang haben wir uns küsse.
05:12
«Und hast du es nicht gegangen?» «Nein, ich habe wirklich zwei, drei Mal versucht nicht zu machen.» Lassen wir es sein.
05:22
Gut, also heute hast du aber eine Partnerin, die mit dem umgehen kann.
05:24
Ja, die kann dir schön drunter schlüpfen.
05:30
Wenn man euch am Montagmorgen noch immer fragt, was ihr beruflich macht. Bei dir ist es relativ einfach, Christine. Du sagst, du bist Autorin. Wie erklärst du deinen Beruf heute?
05:40
Ja, ich musste es kürzlich irgendwann reinschreiben. Dann dachte ich, was soll ich jetzt schreiben? Und dann habe ich tatsächlich Autorin geschrieben.
05:47
Aber eigentlich muss man den Beruf ja meistens nicht so oft angeben. Ausser wenn man in ein anderes Land reist. Und dort scheisse ich immer. Ich scheisse immer. Ich scheisse immer unsere Lehrerin. Das habe ich ursprünglich mal gelehrt, bin ich aber nie geworden. Aber es ist so unfällig, wenn man in ein Land einreist. Wenn ich jetzt bin Journalistin oder Autorin, gibt es vielleicht plötzlich Fragen. Darum scheisse ich immer unsere Lehrerin.
06:10
Das ist lustig.
06:11
Mit dem hätte ich nicht gerechnet.
06:12
Das stimmt natürlich, du hast das Lehrseminar gemacht. Ja. Als allererstes.
06:17
Ist nicht einmal richtig gelogen.
06:18
Es stimmt natürlich. Pascal, was sagst du eigentlich? Wenn du jetzt noch immer einreisen würdest und sagst, what's your profession? Ich sage selbstständig.
06:31
Mit dem kommt man immer durch. Ein guter Freund von mir, Tom, hat mir mal gesagt, Hilti, du musst mal ein Buch schreiben. Du musst doch Autor sein. Und ich so, dann hinschauen. Und jetzt bin ich lustig. Er hat gesagt, du möchtest dich in einen Podcast eingeladen. Sind wir gleich weit? Ich habe dir Tipps gegeben.
06:54
Ist das jetzt ein Spruch oder kennst du, dass du mal ein Buch schreiben willst? Nein, das wurde mir immer wieder gesagt.
07:00
Das soll schon mal. Aber ich habe es noch nie...
07:04
Es gibt also auf jeden Fall Tipps vielleicht nachher oder während der Sendung von der Christiane Hub. Das ist es persönlich mit Pascal Hildbrand und der Christiane Brand hier auf SRF1. Und ich treffe ja meine Gäste gerne vor der Sendung direkt zu einem Vorgespräch bei der Christiane Brand. Wäre das wunderschön gewesen. Ich hätte auch nicht auf Bali gehen dürfen. Hätte jetzt unser Budget nicht zugelassen. Und so haben wir einfach telefoniert miteinander. Du hast Katzen gehütet in Bali.
07:31
Dieses Mal habe ich keine Katzen gehütet. Vorher habe ich immer Katzen ... Nein, nicht Katzen. Hunde. Hunde? Ja. Katzen habe ich in Sanzibar. Sanzibar ist eine Insel voll mit Katzen. Also viel zu viele Katzen. Und Bali ist eine Insel mit viel zu viele Hunden.
07:49
Mit vielen Hunden. Und was hast du denn jetzt gemacht, neben dem Hund hüten oder Hunde hüten auf Bali? Ich habe geschrieben.
07:55
Uff.
07:57
Das ist eben der Einsam-Pfad von diesem Job. Also ich bin wirklich da gehockt und habe geschrieben, geschrieben, geschrieben und bin ein bisschen im Hingerling. Ich bin erst auf Seite 200. Nein, 195.
08:08
Und wie viele Müsse hast du? 420. Und wie viele Seiten schreibst du pro Tag?
08:14
Ich schreibe es immer so aus. Ich halte mich nie daran. In der Agenda zähle ich immer Tage bis zum Abgabetermin. Dann schreibe ich aus, wie viele Seiten ich pro Tag schreiben muss, damit ich es im Abgabetermin abgeben kann. Jetzt sind es etwa 3,75 Seiten, die ich pro Tag schreiben müsste, aber ohne Unterbruch. Es ist schon noch viel. Manchmal steigt die Zahl, manchmal sinkt sie. Aber ich kann sagen, Minimalen Tage schreibe ich drei Seiten und wenn ich mal einen super Tag habe, schreibe ich zehn.
08:46
Okay. Kannst du es noch eine Stufe tiefer reinnehmen? Du schreibst eine Krimi, dann weisst du am Anfang schon den Plot und du weisst auch schon, wo du am Ende landen wirst. Das heisst, es ist nachher einfach eine Fliessarbeit oder wie geht das bei dir?
08:59
Ja, es ist ein Zwischending. Früher, als ich noch hobbymässige Krimis geschrieben hatte, hatte ich am Anfang überhaupt keine Ahnung, wo es hergeht. Da bin ich einfach hergehockt und habe die Geschichte geschrieben. Und das hat eigentlich auch noch recht Spass gemacht. Jetzt, als ich in einem grossen Verlag bin, muss ich immer im Voraus recht exaktes Exposé schreiben. Das bin ich jetzt nebenzu eben auch noch am Schreiben. Wir können auch nicht immer nur etwas machen. Und dann erzähle ich eigentlich auf 20 Folgen an vier Blätter schon den ganzen Plot.
09:26
Ich mache es nicht so gerne. Es hat sich etwas geändert. Jetzt geht es. Wenn ich das Buch schreibe, wäre es mir zu langweilig, wenn ich diese 20 Seiten füllen würde. Ich müsste dann einfach so wie Blattwalzen mit dem Kuchentröller Im Buch sind es dann etwa 500 Seiten auswälzen. Das ist ja nicht so spannend. Darum passieren immer wieder Dinge, zum Glück, während dem Schreiben, wo ich selber nicht damit rechne. Ich zucke manchmal von der Tastatur weg, als wenn ich mich verbrannt habe, wenn so etwas passiert. Ich denke, was passiert jetzt?
09:57
Wie gehe ich weiter? Das sind die schönsten Momente. Beim letzten Buch, das kann ich vielleicht sogar verraten, war es tatsächlich so, dass ich drei Wochen vor dem Abgabetermin noch die Täterschaft ausgewechselt habe.
10:09
Nein!
10:09
Ich wusste, dass ich nicht Rücksprache mit meinem Verlag genommen habe. Sie hat ja meine Lektorin Herzinfarkt. Sie merkte erst, als sie das Buch gelesen hat. Er schrieb mir, dass ich schon etwas überrascht war. Gut, oder? Aber es ist manchmal wie eine Eingebung, wo ich merke, ah, nein. Nein, nein, nicht so, sondern so. Und ich kann es dann nicht entscheiden, es ist dann einfach so. Und das sind die schönen Momente, wie solche Dinge passieren.
10:33
Das ist eine reine Magie. Das ist natürlich auch die künstlerische Freiheit, die du hast. Also ich meine, du sagst, wer der Täter oder der Täterin ist, oder?
10:39
Aber es muss schon einigermassen aufgehen. Es muss aufgehen.
10:42
Genau. Ja, das ist natürlich bei der Liebesgeschichte, wo ich schreibe, kann ich nicht den Breitigamm auswechseln am Schluss.
10:49
Warum eigentlich nicht? Ich erzähle uns das vorhin noch. Ah, okay. Ich wollte gerade sagen, du könntest ihn ja umbringen, aber das ist ja ... Oh Gott. Uiuiui.
11:01
Wir sind noch ins Genre.
11:07
Sie ist ganz in schwarz, kommt sie daher.
11:09
Zu diesem kommen wir noch mal. Was davor, Pascal, du machst, ist Beruf und was ist Lebensstil, den du als Traurredner lebst. Jetzt haben wir ein bisschen erfahren, wie ein Buch entsteht, im Falle von der Kirche in der Brand. Bei dir, wenn ein Bärchen zu dir kommt, was machst du mit ihnen?
11:31
Wir machen die Kennenlern-Treffen ab und dann treffen wir uns in einem Kaffee. Sie erzählen mir ihre Liebesgeschichte. Ich schreibe mir schon alles auf und wenn sie mich buchen, gehe ich zu ihnen, habe ich auch schon die halbe Geschichte geschrieben. Basically ergänzen und ausfüllen und dann bereite ich mich vor. Auf die Hochzeit gehe ich auf die Hochzeit.
11:49
Und dann machte er den Startschuss in den Tag. Gestern zum Beispiel, das war Schammer. Hast du gestern gerade jemand gegründet? Ja, gestern. Wo hat er das gemacht? Die alte Kirche, Boswil, Bosmu. Und er ist wirklich eine Band mit sechs Leuten, sie sind Musiker. Und dann eine Horn-Section. Und dann hat er mit der Musikkraft gemacht, wenn er die letzten paar Worte sagt, sollte er schon grooven. Und dann auf Kissen kommt dann er. Und dann tatsächlich kommt so die Horn-Section genau in dem Moment rein, wo sie sich küssen.
12:19
Wow, habt ihr das vorher geprobt? Nein, es hat schnell mit ihnen abgemacht.
12:23
Es hat genau geklappt. Das hat mich schudert. Ja, das glaube ich. Das ist eine richtige Inszenierung, die ihr da habt.
12:32
Ja, es ist ja traurig. Es darf natürlich schon ein bisschen flaschen. Also hoffentlich. Es darf ein bisschen einfahren. Das erlebst du nicht all den Tag. Und das fährt auch mir jedes Mal wieder ein. Über 100 Mal.
12:48
Ich mache auch mehr als mit Bär, als Jobfahrer ist. Wie viele Leute hast du schon traut? Ja, also auch Leute oder Bärchen. Bärchen, entschuldige Bärchen.
13:03
Wie viele Trauungen hast du schon? 150 oder so. Und die kritische Frage, wie viele von denen weisst du, sind noch zusammen? Das weiss ich nicht, aber ich weiss, dass sie nicht mehr zusammen sind. Melden Sie sich nachher?
13:16
Ja, ich melde mich nicht. Gibt es noch Fötterchen der Trauung? Ich höre nichts. Ein Jahr später fragte ich noch mal nach, es war eine coole Trauung. Ja, wir sind leider nicht mehr zusammen. Aber es ist alles gut, er hat wieder neue, ich habe wieder neue.
13:30
C'est la vie. Garantie kann aber keine haben.
13:34
Absolut nicht in der Kirche. Genau.
13:39
Das ist ein Lebensstil auf jeden Fall, der bei euch ja eben anders ist. Ich wollte noch schnell nachschauen. Du hast vorher gesagt, Christiane, wenn die Agenda leer ist. Ich hatte eben vorher gemeint, beim Schreiben sei deine Agenda leer. Aber jetzt hast du gesagt, du hast 3,75 oder 5,7 Seiten, die du schreiben musst. Es ist denen auch nicht wirklich leer, sogar in dem Moment, wenn du für dich am Schreiben bist.
14:00
Ja, es ist schon leer. Ich habe ja keinen Termin. Der Termin ist Ende November. Wenn ich zurückfliege, ist bis Ende November leer. Das kann man sich hier fast nicht mehr vorstellen, eine leere Agenda. Aber im Kopf habe ich natürlich schon den Plan, weil ich diesen Termin Ende November erfüllen muss.
14:19
Sansibar müssen wir einfach noch schnell auflösen. Warum Sansibar Bali haben wir jetzt gehört. Da hast du Hunde gehütet und auf Sansibar sind Katzen. Kannst du in drei Sätzen sagen, warum du auf das Sansibar gekommen bist und immer wieder zurückkehrt bist und mittlerweile eigentlich einer von deinen Lebensmittelpunten auch dort ist?
14:38
Ich bin als blutjunge Journalistin auf eine dekadente Pressereise eingeladen worden. So ein Fünf-Stern-Hotel, gar nicht mein Stil. Aber am letzten Abend sind wir dort auf Sansibar. Und in Stone Town hat es eine Nachtmärin, der Food Market, wo alle die Einheimische, die buntesten Kleider zu essen gehen.
14:57
Gerade die Hühnerhaut, will ich dir davon erzählen. Dort wusste ich einfach, dass ich alleine zurückkomme. Ich war mein allererster Buch in den Ferien. Dann habe ich noch gearbeitet, auf Sansibar zu schreiben. Mir ist es dort so wohl, weil man sehr spontan im Moment lebt und die Menschen einfach sehr grossartige Leute sind.
15:16
Mein Herz geht dort auf, wenn ich in Sansibar ankomme.
15:19
Ja, man sieht es daran. Ja, da bekomme ich fast ein bisschen. Warum meinst du, dass sie das so wahnsinnig reinnimmt, dass dein Herz so oft geht, dass es richtig strähen wie in den Augen?
15:29
Ja, ich kann es nicht beschreiben. Es ist mein Ort. Und ich hatte schon als Kind nie einen Highway. Ich wollte immer weggehen und reisen. Ich bin in Zanzibar zu Hause und unterwegs. Ich dachte immer, hey, wie nach Zanzibar. Ich wollte dort die Haie lernen kennen. Ich glaube, es hat sehr viel mit der Welt zu tun, mit dem afrikanischen Lebensstuhl, mit dem Lachen, mit dem Immomensi und mit der Herzlichkeit von diesen Leuten. Gleichzeitig ist es auch nicht einfach. Es ist ein mega armes Land. Die Menschen haben fast nichts.
16:01
Man lebt manchmal an der Erde. Es gibt auch immer wieder kleine und grössere Katastrophen. Ein Gesundheitssystem ist eine Katastrophe. Und es passieren immer wieder Sachen. Und ich finde aber, man spürt dort auch das Leben intensiver, als wenn man hier in der wohlorganisierten Schweizer Welt lebt. Und das habe ich eben auch sehr gerne.
16:20
Ja, vor kurzem an einem Kongress mit Gesundheitsfachleuten, mich austauschend, die sagten, man muss nie jemanden fragen im ganzen afrikanischen Kontinent. Und ich würde jetzt Anzi Barra dazu erzählen, ob dort jemand einen Burnout hat.
16:32
Ja, also man hat andere Probleme. Man muss das Leben organisieren. Ich kann jetzt nicht sagen, Bernhard ist ein Luxusproblem. Wir leben einfach in einer stressigen Welt. Wenn ich in Zürich ankomme, aus Sansifar, dann muss ich fast über eine Fussgängerstreife rennen, damit ich noch rüberkomme beim grünen Licht. Und in Sansifar kann man wie nichts planen, weil es geht keinen Plan auf. Es funktioniert nichts. Da kann man 7 Pläne B, A, B, C, D, E, F, G, H. Es funktioniert einfach nicht. Aber dafür... Es ist zwar ein hartes Leben, wenn wir es einheben.
17:05
Ich bin ja als weisse Person mit einem Schweizer Geldportemonnaie sehr privilegiert. Aber wenn man dort lebt, ist man manchmal einfach damit beschäftigt, zu überleben. Da kann man sich nicht Gedanken darüber machen, Seelenzustand, sondern darüber nachher bekomme ich heute noch einen Fisch. Finde ich noch einen Fangen. Es ist einfach ganz etwas anderes. Und ich habe immer das Gefühl, wenn ich von einem Ort zum anderen wechsle, habe ich nicht das Gefühl, ich reise an einen anderen Ort, sondern ich reise in ein anderes Leben.
17:33
Ein anderes Leben. Du hast ganz leuchtige Augen bekommen, auch Pascal, beim Zuhören. Was geht dir so durch den Kopf, wenn du die Schilderung von diesem Leben gehörst, von der Kiste in einem ganz anderen?
17:42
Ja, dann kommst du so vor Sanzibar auf Zürich, bekommst du direkt ein Burnout.
17:47
Am Anfang war es wirklich heftig, aber jetzt habe ich es ein bisschen besser gemacht.
17:52
Ja, das ist natürlich auch etwas... Ja, aber dann machst du die Schule, dann gehst du in den Gymnasium, dann musst du etwas studieren und dann solltest du bückeln, am besten 8-5 und eine Karriere machen und viel Geld verdienen und dann eine dritte Säule einzahlen und so. Irgendwann habe ich gefunden, das ist nicht dein Lebensstil. Das kann es schon nicht sein. Darum bin ich lieber selbstständig und mir Zeit so einteilen, wie es mir passt. Ich kann spontan, wenn der Wind hat, surfen.
18:22
Aber du lebst trotzdem? Du hängst nicht am Geldseckel von deinen Eltern? Nein, schon lange.
18:36
Sie haben mich sicher auch lange beim Studieren unterstützt. Das Studium gibt jetzt keinen Ertrag. Ich arbeite nicht. Es bringt nichts, dass ich Psychologie studiert, finanziell. Die Religionswissenschaft im Nebenfach war noch fast spannender.
18:55
aus einer wissenschaftlichen Perspektive.
18:59
Damit sind wir perfekt. Das war der Schullöffel auf eure Eltern, auf eure Herkunft. Auf der Bühne bei mir sitzen heute Morgen die Tochter des Dorfbestatters, Christine Brand, und der Sohn des Pfarrers. Es gibt ein schönes Lied von Sina. Sie sitzen heute hier. Christine, wie normal war der Tod bei dir zu Hause als Kind?
19:22
sicher viel normaler als in den normalen Haushaltungen in der Schweiz. Ich finde, in der Schweiz ... Das ist wahrscheinlich ähnlich wie Pascal. In den normalen Haushaltungen, die nicht mit dem Tod konfrontiert sind, wird er ja extrem tabuisiert. In unserer ganzen Gesellschaft wird der Tod extrem tabuisiert. Wenn jemand im Alter seinem stirbt, muss er beim Hingereingang in die Tiefgarage fahren, dass man ihn nicht vor dem Haus stehen sieht. Bei uns war er nicht ganz alltäglich, aber es wird ja schon viel gestorben. Dann war mein Vater im Einsatz.
19:55
Ich habe z.B. bei diesem gleichen Auto gelernt, Autofahren zu fahren. Ich habe ihm geholfen, Zerr auszustatten mit den Satentüchern. Er durfte meine Urgrasmutter im Sarg schminken. Das Wichtigste, was ich mitgenommen habe ... Ich finde, es ist ein Privileg, so aufwachsen kann. Ich habe schon sehr früh gelernt, dass jeder Mensch, egal wie alt, Mann, Frau, Kind, jederzeit sterben kann. Ich fühle mir, dass das gar nicht so präsent ist, dass die Präsenz vielleicht befristet ist.
20:27
Dadurch bin ich vielleicht ein Mensch geworden, der sehr gerne im Moment lebt und nicht vorausplanet. Ich denke, das ist ein Geschenk, wenn man mit diesem Bewusstsein aufwacht.
20:35
Kannst du dich noch erinnern, als du zum ersten Mal einen toten Mensch gesehen hast?
20:40
Ja, ich glaube, das ist wirklich meine Urgrossmutter. Tatsächlich? Ja, und sie ist im Sarg gelegen und wir haben so Blumen rundherum hier. Und ich weiss noch, wie alt war ich? Ich war jung, ich war auch neun oder elf.
20:53
Und dann habe ich so Blümchen getrapiert. Sie waren noch nass, die Blümchen. Und dann kam ihr so ein Tropf auf die Nase. Und dann wusste ich nicht, was ich jetzt machen soll. Und dann habe ich meinem Vater gesagt, ob er abwischen kann, weil ich mich nicht getraut, das Kind so anzulegen. Das ist so meine erste Erinnerung.
21:13
Das heisst, du hast mit anderen Kindern zum Beispiel in der Schule, hast du schon darüber gesprochen? Also habt ihr gewusst, dass die Christin ist?
21:23
Mein Vater war ja auch der Dorf Schreiner. Gleichzeitig in den kleinen Dörfern ist der Schreiner der Bestatter.
21:30
Hat er also auch die Säge gemacht?
21:32
Ja, er hat täglich die meisten bestellt.
21:36
Er hat schon auch selber gemacht, aber die meisten hat er bestellt. Aber die haben das natürlich schon gewusst. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als wir zu Fuss in die Schule gegangen sind. Aber manchmal gab es eine Gleichgelegenheit, dass man mit dem Auto gebracht wurde. Und wenn man dann ein Schulgespännchen auf dem Weg hier getroffen hat, durfte das auch in den Leichenwagen einsteigen, weil unser Familienauto war. Also das war natürlich kein Tabu. Und wir haben dann manchmal auch auf dem Sargästrig. Die sind auf dem Ästrig, aber es waren alle Särge.
22:03
Ja, gestanden. Und dort haben wir aber dann so Mutproben gemacht.
22:07
Natürlich. Aber der Tod hatte in diesem Fall etwas sehr angstbefreit von dir. Es war wie Teil des Lebens, es war Teil des Erwerbslebes von deinem Vater. Und das Unheimliche, was man eben tabuisiert hat, den Zugang hast du gar nicht gehabt. Weil es einfach normal war.
22:26
Ja, es war schon ziemlich normal, aber ich würde jetzt nicht sagen, ganz angstbefreit. Vielleicht als Kind hat mich dann auch schon...
22:32
Die Fantasien.
22:35
Ich würde zwar nicht sagen, ich habe Angst vor dem Tod, aber vielleicht vor dem Sterben, weil es ziemlich unangenehm werden kann, je nachdem, wie man stirbt. Aber es war einfach normal, es hat dazugehört. Es haben immer die Leute angerufen, wenn jemand gestorben ist. Ich hatte so mein Sätzchen. Ich wusste schon als Kind, was ich sagen muss. Oh, es tut mir sehr leid.
22:53
Wir suchen den Papi. Es ist natürlich ein anderes Gefühl. Ich weiss nicht, wie es ist, wenn man nicht als Bestattertochter aufwacht. Aber ich merke es, wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die sagen, natürlich werde ich 80-Jährig. Dann denke ich, wieso hast du zu viel, du wirst 80-Jährig. Das kann man ja nicht sagen. Ich merke, dass ich ein anderes Grundgefühl in mir drin habe.
23:15
Ich hatte immer schon das Gefühl als Kind, ich werde nicht alt. Ja, das habe ich auch gehabt.
23:22
Hast du es auch gehabt?
23:23
Ich dachte, ich werde nie 20. Ich dachte nie 20, nie 30 und jetzt bin ich schon 37.
23:29
Und ich bin schon über 50. Ja, mega crazy.
23:32
Darum würdest du nie die dritte Säule einzahlen.
23:35
Ich habe vor zehn Tagen eine dritte Säule einzahlt.
23:43
Wenn wir jetzt im gleichen Ort aufgewachsen wären, dann hätten eure Väter ja miteinander sicher zu tun gehabt.
23:49
Also der Bestatter da und der Pfarrer, der Dorfpfarr... Ja, aber indirekt ist natürlich miteinander schon mit dem Tod zu tun. Aber ich bin aufgewachsen im Pfarrhaus direkt neben Friedhof. Und als ich in die erste Klasse begann, hat mich die Mutter ins Flörtchen geschickt... Am Morgen früh, statt in der Lektion vor acht, hatte man noch Flöten. Dann wollte er nicht flöten, ging ich auf den Friedhof. Ich schaute die Gräber an und schaute die Jahrzahlen. Ausgerechnet, wie alt sie sind. Zum Teil sind sie nicht so alt.
24:21
Er hatte einen direkten Bezug zur Vergänglichkeit. Peter machte nicht so viele Hochzeiten wie ich, aber auch viel mehr Beerdigungen. Denn das passiert häufig, dass Leute sterben. Das ist eine omnipräsente Allgegenwärtung in einem Pfarrhaus oder im Friedhof. Und dadurch habe ich auch nie gedacht, dass ich alt werde. Ich hatte auch viel Angst vor dem Sterben. Aber das habe ich bis heute. Weil ich das Leben einfach so schön finde. Weil ich so gerne lebe. Ich möchte am liebsten ewig leben.
24:53
Let's go. Brian Johnson gehen wir in die Sauna jeden Tag. Core Temperature 102 Grad.
25:00
Das ist ja nicht übertrieben.
25:03
Vielleicht überleben wir uns heute. Der kleine Pascal geht mit sieben. Anstatt in die Flötenstunde läuft er über den Friedhof an den Gräben vorbei und sinniert Überleben und Tod.
25:14
Das ist ein bisschen zugespitzt. So ist es.
25:19
Was hat denn als Pfarrersohn, was hat der Glauben dir bedeutet?
25:26
Ja, das ist etwas, was meine Eltern schon von Anfang an gelebt haben. Die sind christlich aufgewachsen, die haben sich lernen kennen. Und sie haben dann auch das erste Mal miteinander zusammen geschlafen.
25:39
Sie sind bis heute verheiratet. Sie haben das ihren Kindern auch mitgegeben. Wenn ich Angst hatte, haben sie gebetet oder so ein bisschen, ist man ein bisschen reinkommen. Aber schlussendlich musste ich sagen, Es hat mir nicht Halt gegeben in diesem Sinn, weil ich dann sofort gemerkt habe, es hat mich auch gelaufen lassen. Es beruht nicht auf Fakten, das Leben an sich ist so faszinierend.
26:13
Das sind auch ...
26:15
Diskrepanz oder einen Streit mit deinen Eltern, der sich der Sohn durch die Schule, Philosophie fächert und sich kritische Fragen davon stellen über den Glauben?
26:23
Ich hatte Philosophie im Gymnasium und hatte ganz schlauere Leute. Adriano Manino, der nur sechs war, konnte mir alle Fragen beantworten. Dann habe ich gemerkt, Ich glaube, es stimmt gar nicht, was hier in der Bibel steht. Ja. Das ist einfach eine Geschichte. Das ist einfach eine Geschichte. Und dann bin ich zuerst atheistisch geworden. Jawohl. Da dachte ich, es stimmt auch gar nicht. Und Wissenschaft und so. Aber der...
26:55
Dann hatte ich zum Teil auch Ängste bei einem Psychologen, der ganz klassisch mit einer Tupac-Pfife auf dem Sofa gehockt hat. Und er hatte ein Bild, da sagte ich, dass Sussi ne pas s'un pipe. Und er hätte raucht. Ich durfte auch rauchen.
27:09
In seinem Zimmer, das war cool. Beim Psychologen? Ja, genau. Dann erzählte ich ihm nichts mehr von meiner Weltanschauung. Dann sagte er mir, «Pascal, der Respekt der Unendlichkeit.» Ich sagte, «Was willst du mir sagen, der Respekt der Unendlichkeit? Wir wissen schon so viel, immer weniger, was wir nicht wissen.» Irgendwann, mit 20 oder so, habe ich ein gewisses Erlebnis gemerkt.
27:37
Ich glaube, das Allermeiste, was wir wissen können, wissen wir noch gar nicht. Es gibt viele Dinge, die wir noch gar nicht wissen, dass wir sie nicht wissen. Und wir wissen so etwas wie das Allermeiste passiert einfach.
27:50
Das religiöse Erlebnis ist eigentlich ein Erlebnis, dass es einem schudert, dass es einem erschüttert. Der Abgrund unserer Existenz, wenn man über die Klippe schaut und gleichzeitig das Faszinierende des Lebens, das es uns überhaupt gibt. Die Unwahrscheinlichkeit, dass wir überhaupt gezeugt wurden. Jede Ejakulation hat wie viel Spermien.
28:17
300 Millionen oder so, ja. Und dann eins von denen trifft genau auf die Eizelle, die in diesem Moment gesprungen ist. Und dann bin ich geworden draus. Und dann du und die Christin. Jetzt reden wir hier zusammen. Das ist trotzdem ein Wunder. Über alle Leute, die zur Gleichzeitung existieren, das kann man gar nicht fassen.
28:37
Also das Unfassbare ist dann doch irgendwie begreifen, dass es vielleicht etwas Größeres ist, auch wenn du das Wort nicht findest.
28:44
Ja, genau. Und das finde ich auch das Wichtige daran, dass man nicht darüber spricht. Ich finde, diese urtümliche, religiöse Erfahrung ist etwas, das man nicht in Worte fassen kann. Sobald man darüber spricht, sorry Pferrer, Du hast gelogen. Weil du probierst, etwas, was du nicht in Worte fassen kannst, in Worte zu fassen. Eigentlich ist es nach Rudolf Otto, Religionswissenschaftler, das Mysterium Tremendum et Fasquinans.
29:18
Das, was dich gleichzeitig erschüttert.
29:20
Das ist schön. Ich finde es ein grosses Wunder, dass wir hier sind.
29:35
Das ist das Schöner daran, als wenn ich am Foilen bin oder so, und dann mit Puls 170 um ein Prinzessor herum und dann kommt es einfach ungefiltert raus. Ich fahre einfach die Shooter, dann kommt Runners High und dann lande ich es einfach raus.
29:48
Jetzt müssen wir das schnell auflösen. Wir haben diese Woche noch jemand geschrieben und hat beim Mediatext zu dieser Sendung das Wort Pumpfoiler, glaube ich, Pumpfoiler. Und ich sagte, was ist das?
30:02
Man könnte sagen, Fliegen im Wasser, also du hast physikalisch das gleiche Prinzip, einfach unter Wasser, Segel unter dem Wasser.
30:13
Es ist ein Flügel. Es ist ein Flügel, Entschuldigung. Eine Tragfläche. Ehrlich gesagt, Tragfläche auf Englisch. Es ist eine Tragfläche unter dem Wasser, weil Wasser 800 mal dichter ist als Luft, braucht es einen viel kleineren Flügel, damit man fliegen kann. Und eigentlich ist es ein Modellflugzeug im Wasser, wo man draufsteht und das durch das Wasser fliegt.
30:32
Das heisst, du kannst dann auch für mich als Laie surfen ohne Welle?
30:37
Ja, also das ist nicht unbedingt surfen. Du kannst pumpen im flachen Wasser. Aber wenn es ein bisschen Wellen hat, braucht es nur ganz kleine Wellen. Früher musste man auf Bali surfen. Jetzt kann ich in der Schweiz eine Stunde oder zwei am Stück im Neuburger See auf den Windwellen surfen. Oder die brechen nicht einmal, die sind vielleicht... einen Meter hoch, vielleicht ein wenig höher, vielleicht weniger, und dann kann ich einfach surfen mit der Kraft der Welle, die mich treibt, weil es voll so effizient ist, weil es fast ohne Widerstand durchs Wasser gleitet. Es ist wie Fliegen.
31:08
Es ist wie Fliegen. Und was wir auch noch schnell sagen müssen, ich bin auf dich gestossen, weil du plötzlich in meiner YouTube-Timeline aufgetaucht bist. Und dann habe ich gemerkt, ganz viele Männer in meinem Alter haben gesagt, den habe ich auch schon gesehen.
31:20
Pascal Hildbrand, der in seinen knappen Badhäuschen auf diesem Board steht und über einen türkisblauen Brienzersee surft oder eben foilt. Du bist ein Internetphänomen geworden mit diesem? Offenbar, ja.
31:33
Also in Bali bist du mir auch begegnet. Als du gesehen hast, dass du mitgegst, dachte ich, den kenne ich. Den habe ich gesehen auf Instagram in Bali.
31:44
Da versiert etwas, was man dir gerne zuschaut, wenn du auf diesem Board stehst und philosophierst und die Runners- oder Foil-Hai den Leuten erzählst. Du machst das in die Kamera hinein.
31:55
Ja, das habe ich gemerkt, es braucht einen Hook. Das habe ich nicht extra gemacht, aber dadurch, dass ich eben so bin, wie ich bin, in den knappen Häuschen mit dem Bart und so, dann kann man schon fast nicht wegschauen. Dann fliegt es noch an, ist das KI? Dann fragt man sich alle Fragen und dann beginnt ich noch zu sprechen.
32:11
Und dann kenne ich mich jetzt persönlich durch den Screen durch. Das ist ja so ein Phänomen. Es ist völlig unnatürlich, dass man jemanden durch einen Bildschirm sieht.
32:24
Noch vor 100 Jahren, wenn man jemanden gesehen hat, war es real. Jetzt hat unser Körper immer noch das Gefühl. Dadurch entsteht fast eine Beziehung. Eine Einseitige der Zuschauer.
32:34
Es gibt Leute, die dich anhellen, die dich schon gesehen haben.
32:38
Gestern war ich im King of the Lake in Portal. Ich wurde fast King. Ich wurde zweit. Yvonne hat mich überholt, den letzten zehn Meter. Zwei Kilometer Rennen. Aber der z.B. an einem Foil-Event, da komme ich fast nicht zum Wasser. Weil alle Pascal anhalten wollen. Ja, alle wollen Selfie machen. Das ist sehr lustig.
33:00
Aber ja, es ist okay, love it, let's go. Ja, let's go. Persönlich auf SRF1 mit Pascal Hinsmann und Christin Brand. Christin, du wolltest schon als Kind Detektivin oder Schriftstellerin werden. Das hast du in ein Buch geschrieben, in eines deiner Freundschaftsbücher.
33:14
Ja, ich habe es vergessen. Aber in einer Klassenzusammenkunft hat eine Schulkollegin meine Schulfreunde mitgebracht, der mir einen Berufswunsch reingeschrieben hat. Und ich habe das mit der dritten Klasse geschrieben, ich würde gerne Detektivin. Warum denn?
33:27
Also woher ist das gekommen?
33:29
Ich habe immer gerne geschrieben und immer Detektivspiele gespielt.
33:34
Wir haben immer die Nachbarn ausspioniert und hatten das Gefühl, dass die Trucke, die sie dragen, ein Mensch drin sein könnten. Ich weiss nicht genau, woher die morbide Wadere kommt, aber vielleicht schon vom Bestattervater oder der Fantasie sicher von meiner Mutter. Sie hatte immer eine überbordende Fantasie. Ich habe auch die Detektivbücher gelesen. Kalle Blomquist. Jawohl. Geheimnis um. Und so von Edith Blyton. Und ähm ... Ja, das war schon ganz früh in mir drin und geschrieben habe ich immer gerne.
34:06
Und ich glaube, es hat mal geheissen, Federica oder Ceska haben das erste Buch mit 14 geschrieben oder so. Und dann habe ich das Gefühl, ich habe das Fettig auch. Es ist dann ein bisschen länger gegangen.
34:15
Aber es ist gut gekommen. Es ist gut gekommen und du bist schon während des Lehrseminars lieber als Gerichtsreporterin im Einsatz gewesen, als im Lehrsemini gesessen.
34:24
Ja, das war nicht ganz so. Wir hatten eine Seminar-externe Phase, in der die Jäle in die RSI mussten. Ich habe dann ein Praktikum gemacht bei der Zeitung. Aber schon bevor ich Reporterin war, bin ich im ersten Gerichtsfall gehockt. Ich habe schwul geschwänzt, um dort hineinzuschauen. Das war der Mordfall Z, sage ich jetzt politisch korrekt, in Kehrsatz, der in der Schweiz ganz bekannt war. Und ich habe einfach...
34:49
Ich hatte Neugier. Als Zuschauerin, ich weiss nicht, ich war 19 oder so, in den Gerichtssaal reingeholt. Das hat mich von Anfang an fasziniert, die Welt in diesem Gericht und die Lebenswäge, die dort aufeinanderprallen und was dort passiert ist und warum das passiert ist. Als ich dann das Praktikum gemacht habe und dort eine Ausbildung machen konnte, habe ich dann schon, als der erste Gerichtsfall angestanden, gesagt, ich will das machen. Und so bin ich dann Gerichtsreporter geworden.
35:17
Viele, viele Jahre. Und ich frage das einfach so nach Jahrzehnten, wo du dich mit diesem kriminalistischen Inhalt befasst hast, wo du mit Opferfamilien auch zu tun hast, wo Menschen verloren haben, Liebste verloren haben, wo ja je nachdem unter Vorsatz ihre Kinder oder ihre Partner verloren haben, weil etwas Böses gewirkt hat. Verstehst du die Antriebskraft, die kriminelle Energie der Menschen, die Täter sind, heute besser?
35:48
Nicht immer.
35:50
Es gibt Fälle, wo ich nachvollziehen kann, wieso jemand so wurde und es so weit kam. Aber nicht in allen Fällen. Es gibt immer noch Fälle, wo ich einfach dort sitze und denke, wie, wieso kann jemand so etwas machen?
36:05
Was ist die Antwort? Ist es einfach das Böse, also etwas Boshaftes, das die Leute antreibt, das man nicht mental erklären kann?
36:14
Ich habe immer das Gefühl, ich habe immer etwas Mühe mit dem Ausdruck «das Böse».
36:17
Ja, genau. Ich habe auch.
36:19
Sie sind ja eigentlich immer Menschen, die etwas Böses machen. Und ich denke, es hat etwas mit ...
36:27
mit dem Kopf zu tun. Es stimmt einfach etwas nicht mit diesen Menschen. Aber ich würde nicht sagen, sie wollen Böse besessen. Es sind immer Menschen. Man sieht ihnen eigentlich nie an, dass es ein Mörder ist oder ein schlimmer Verbrecher. Aber sie haben etwas ganz Schlimmes gemacht. Und wieso sie das machen? Wir sind ja Weltmeister in psychiatrischen Gutachten über Straftäter. Aber letztlich habe ich manchmal das Gefühl, dass es nicht einmal die forensische Psychiater, wieso jemand so weit kommt, dass er so etwas umsetzt.
36:58
Das finde ich interessant, warum das jemand macht. Das ist eine Faszination, die viele Leute am Krimi haben. Evolutionsbiologisch ist das interessant, dass Frauen mehr Krimis lesen als Männer. Weisst du das? Hast du mehr Frauen?
37:14
Ja, viel mehr Frauen. Auch True Crime interessiert Frauen mehr.
37:18
Und bei mir schauen fast nur Männer auf Instagram. Und bei dir, ja, ausser auf TikTok-Zenten, Mitte an 20 Millionen, sind ja Mitte-Zent-Frauen. Aber ja, das ist eben noch spannend, weil ja, die Frauen quasi schwächere Geschlechte sind, die sich dann nicht wehren können, weil sie unbedingt wie hinten dran sehen können, warum passiert das und im besten Fall schon vorhersehen können, wie könnte das jetzt passieren, dass sie nicht in so einen Mordfall hinein geraten. Das ist einfach eine Theorie, sagst du? Oder ist es... Die evolutionsbiologische Erklärung muss sich Frauen mehr für Krimis interessieren.
37:50
Das habe ich mir auch schon oft überlegt, warum es mehr ist.
37:54
Männer müssen sich schon bewusst sein, dass wir Frauen als Mädchen schon viel stärker mit Kriminalität konfrontiert werden. Denn wir werden gewarnt. Rede nicht mit dem Mann, der dich anspricht. Lege nicht zu kurz ein Röckchen an, wenn du mit einem Töffel in die Disco fährst. Du musst nicht Autostöpeln, um Hilfe zu viel. Es könnte ein böse Mann am Steuer anhalten. Wir wachsen auf mit der latenten Gefahr wegen Männern.
38:21
Das ist in unserem Kopf einfach mehr drin. Und vielleicht ist dadurch das Interesse, das Böse im Auge zu halten, um auf der sicheren Seite zu bleiben, mehr vorhanden bei den Frauen.
38:31
Gleichzeitig ist es eine der unwahrscheinlichsten Ursachen zu sterben in der Schweiz, dass man ermordet oder entführt wird.
38:37
Das würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Also ich glaube, wenn man bedenkt, dass in der Schweiz mehr als alle zehn Wochen eine Frau von ihrem eigenen Partner umgebracht wird, ist das Risiko schon relativ vorhanden. Aber natürlich, es sterben viel mehr Leute an Krankheiten und weiss nicht was. Aber man darf das Risiko nicht unterschätzen. Das Risiko, irgendwie draussen am Abend auf der Strasse von einem Mann, der hinter einem Bürstchen wartet, erschlagen zu werden, ist sehr, sehr klein. Aber es ist der eigenen Partner.
39:02
Aber innerhalb der Familie und der Beziehung ist ein Stichwort. Leid ist in der Schweiz so ziemlich groß. Ja. Hast du selber in Situationen reinkommen, in denen du mit krimineller Energie betroffen war? Das hast du auch schon gehabt, oder?
39:18
Ja, aber nicht schwere Sachen. Die lustigsten Sachen ... Es war nicht lustig, aber es kommt auch darauf an, wie man damit umgeht. Ich wurde mal halb angegriffen in Indien von einem Mann, einem älteren Herrn, der mich auch etwas begrabst. Aber die Situation war so absurd.
39:38
In Jodhpur war das in Rajasthan eine enge Gasse. Ich hatte wirklich keine Angst vor Hunden. Aber dort war so ein aggressiver Hund. Ich merkte, warum ich nicht durchkomme. Er hat so ... oder gesäufert und krottet. Dann kommt der Mann und sagt, ich helfe dir. Er begrapschete mich zu packen und begrapschen. Gleichzeitig hat mich den Hund ins Bein gepissen.
39:59
Das war jetzt schlimmer. Ich dachte, okay, super, aber der Mann ist zum Glück nicht so gross gewesen. Er hat den weggeschubst. Zum Glück hatte ich die Jeans an, es hat nicht richtig fest geblutet. Ich fand es einfach mehr an uns angefangen. Das ist wirklich so absurd. Oben wärst du gegen den Mann, oben beisst du den Hund. Furchtbar.
40:18
Und du lachst heute drüber? Ich hatte nicht Angst, es ist nicht bedrohlich. Ich wusste nicht, der nimmt mir nicht das Leben. Aber vor der Tollwut hast du nicht Angst? Nein, es gab schon andere Situationen. Heute würde ich mich impfen lassen.
40:36
Hast du dich nicht noch impfen?
40:38
Ja, es ist auch in Indien. Aber es hatte nur rote Töpfchen und es hat nicht richtig gelöstet.
40:44
Nein. Ich bin noch da.
40:47
Pascal, du sagst von dir, du seist ein bisschen Hypochonde, gell?
40:51
Oh ja, das könnte gar nicht handeln, wenn mir ein Hund in Indien jetzt bei euch beissen würde. Da bleibe ich lieber in der Schweiz.
41:01
Du hast schon reale Ängste, gell? Also, ja, ich lebe einfach viel zu gerne.
41:07
Der Buddhist würde manchmal sagen, so eine anhaftigeres Leben. Meditieren.
41:17
Also nicht wegen dem Hund, aber ich wurde jetzt anders mal vor einer Katze bissen, die ich vor Hunden retten wollte. Dort habe ich die Impfung auch nicht gemacht, weil ich das Gefühl hatte, es ist so unwahrscheinlich, dass diese Katze die Tollwut hat. Und dann habe ich aber sicher drei Nächte lang geträumt, dass ich so zum Mauerhaus geschult habe.
41:34
Aber jetzt mit der Wahrscheinlichkeit, dass man stirbt muss, vielleicht noch mal die GPT-Frage.
41:40
Nein, ich habe jetzt auch die Tollwut-Impfung geschaut, die es regelmässig gibt.
41:46
Pascal, wir sind in einer spannenden Phase von deinem Leben. Es hat eine Zeit gegeben als Jugendlicher. Du hast vor allem viel gegamed. Du hast vielleicht auch mal das eine oder andere Substanz geraucht. Bis es dann mal zu einem Bruch kam. Bis du plötzlich gefunden hast, jetzt gehe ich in einen anderen, jetzt bin ich anders unterwegs. Was ist dort passiert in dieser Phase?
42:10
Also, ich habe sehr viel gekifft als Jugendliche. Das war eine gute Zeit.
42:17
Ich habe sicher noch viel gelernt über das Leben an der Tür. Aber ich habe viele kostbare Sachen nicht gemacht, vielleicht meine Lunge nicht so gut an. Und dann habe ich dann ganz aufgeraucht, jetzt rauche ich gar nichts mehr.
42:26
Wenn, dann vaporisieren ich vielleicht noch. Ja. Das EBD.
42:31
Aber selten, ja. Und dann, ja, es hat normal... Meine Mutter hat dann reines Abends so ein...
42:40
Mein Cannabis, als ich über dem Topf eingeschlafen habe, die Nudeln gegessen habe, habe ich eingepänt. Dann habe ich mir das Cannabis in die Lutsche geschossen im Fluss. Dann wurde ich sehr verdruckt. Dann gab es eine Auseinandersetzung. Schlussendlich bin ich dann über den Notfall zu hinterlacken, weil ich mich nicht mehr zu Hause sein konnte. Gerade in der Psychiatrie, wo ich dann meine langjährigen ... Als junge Teat-Dealer gelernt habe.
43:07
In der Psychiatrie.
43:08
In der Psychiatrie, ja. Und von dort her. Da hat mir der Willi, den mich schon erkennt, mit den Pfeifen. Er hat gesagt, ich könnte schon wieder gehen, wenn ich einen Job habe und ein Haus habe, wie ich bei McDonalds bügeln kann. Das könnte ich. Das war schon cool.
43:22
Das habe ich noch gerne gemacht. McDonalds, wenn ich es ein bisschen überzeichne, hat ihr den Gang aus der Psychiatrie in eine normale Leben eröffnet?
43:32
Sozusagen, ich wollte ja vorher zu gern für Politik studiert, dann wollte ich eine älteren Auseinandersetzung gehen, dann bin ich auf Bern, im McDonalds und von dort haben sie mich dann entlassen, weil ich den Arbeitsplan falsch habe, zwei, drei Mal abgeschrieben. Dann wäre ich heute noch der. Zum Glück, mit Sarah Dallmayr entlassen, ja.
43:58
Ich war bei Tempo Brand, UPC Cablecom, Callcenter.
44:04
Jawohl.
44:06
UPC Cablecom, das ist hilfreich. Sie sagten, mein Fernsehen geht nicht. Ich so, dann geht ihr in einer Set-Top-Box, jetzt könnt ihr dort hinten das Stromkabel ausstecken, jetzt nehmt ihr die Set-Top-Box und läuft so im Fenster vorne, schaut euch Dann schiebt ihr das Fenster auf und schaut runter, dass niemand drunter ist. Jetzt schiessen!
44:35
Das war eine Zeit, in der das Internet manchmal Schwierigkeiten gemacht hat.
44:40
Ja, die musste den Kundendienst verbessern. Darum sind wir Schweizer engagiert, kurz bevor sie wieder outsourced haben. Das war eine gute Zeit. Das hat grundlegend mein Leben verändert. Ich hatte mal das Erlebnis in einem Hochhaus mit guten Freunden. Das hat mein Leben grundsätzlich verändert. Nach diesem Erlebnis zu meinen Eltern, die gesagt haben, ich will etwas für euch kochen.
45:10
Jetzt habe ich ein gutes Verhältnis zu ihnen, so wie heute.
45:15
Also, ihr habt euch wieder gefunden nach dem einen Bruchmoment über Umweg.
45:20
Ja, es ging ein paar Jahre. Zwei, drei Jahre.
45:23
Also, sie sitzen jetzt hier in der vordersten Reihe.
45:25
Genau.
45:32
Hast du eine Form von Erweckungserlebnis gegeben, wo du, glaube ich, am Joggen warst in Italien? Wo du noch als Journalistin gearbeitet hast, oder?
45:43
Ja, es war nicht so eine Erweckung. Vielleicht war es während des Jogges so bewusst, weil ich eine kleine Länge in die Leitung hatte. Bevor ich rennen ging, bekam ich ein Telefon von meinem Agent, von meinem Literaturagent. Er sagte mir, ich habe vorher einfach so hobbymässig Bücher geschrieben in meinen Ferien. Er rief mich an, ich habe das Telefon zuerst nicht abgenommen. Es hiess ein Anruf als dem Ausland, weil er dachte, ich habe keine Türe. Dann haben wir nicht ab, dann hat er drei Mal probiert und dann hat er gesagt, ich habe einen Verlag für dich.
46:12
Wir haben zwölf Stunden Zeit, ja oder nein zu sagen, und sie zahlen ihren Vorschuss. Vorher bekam ich ja nie einen Vorschuss von mehreren Tausend Franken. Ich dachte dann, cool, jetzt bekomme ich mal Geld für ein Buch. Dann ging ich rennen. Vorher war ich lange reisen und in ihrer Residence in Indien ein Buch gearbeitet. Dort lebte ich für 300 Franken im Monat. Dann ging ich rennen und dachte, mit diesem Geld könnte ich ein paar Monate in Indien leben. Dann bin ich gerannt und gerannt.
46:43
Ich bin nicht so gut mit Zahlen. Ich merkte, mit diesem Geld könnte ich sogar mehrere Jahre in dieser Residenz in Indien leben. Als mir das bewusst war, dachte ich, ich könnte meinen Job aufgeben. Es ist dann nicht so fest ...
46:58
eine Entscheidung gewesen, soll ich das machen oder nicht, sondern ich wusste, ich muss es machen. Denn wenn ich mich nicht entscheide, diesen Schritt zu wagen und in die Selbstständigkeit zu gehen und diesen Job aufzugeben, die Wohnung habe ich auch gerade aufgegeben, weil ich dann quasi eine Nomadin wurde. Und ich dachte, wenn ich es nicht mache, dann frage ich mich ein Leben lang, was wäre ich gewesen, wenn ich es mir getraut hätte. Und weil ich mich nicht ein Leben lang mit dieser Frage quäle wollte, wusste ich, ich muss es einfach ausprobieren. Dann habe ich dann die Wohnung und den Job gegründet und bin dann drei Monate aufs Ansivar und seitdem bin ich dort.
47:29
Seitdem bist du dort. Unglaublich. Natürlich ist richtig kein Erweckungserlebnis in diesem Sinne, aber irgendeine Reifung und plötzlich ein Horizont, der sich aufgetaucht hat in diesem Moment.
47:42
Es war einfach eine verspätete Realisierung, was das wirklich bedeutet, das Telefon, das ich vorher bekommen habe. Und dass ich etwas machen muss mit diesem Geschenk. Es ist ja wie ein Lottogewinn. Es ist schwierig, so einen guten Buchvertrag zu bekommen. Es ist auch nicht an meinem Können gelegen. Es ist einfach Glück. Es muss gerade im richtigen Moment die richtige Person das Manuskript lesen und das Gefühl haben, das machen wir jetzt. Das Buch war nicht viel besser als meine Forderen. Ich hatte einfach Glück, dass dort gelandet ist. Und...
48:12
Die Erleuchtung war vielleicht gemerkt, ich kann nicht weiterfahren wie vorher, ich muss jetzt die Chance nehmen.
48:17
Du musst dich nützen. Glück gehabt im Leben, sagst du. Hat das jetzt auch so einen Moment gegeben? Du wolltest schon etwas anderes sagen, Pascal. Nein, nein.
48:24
Ich habe immer nur gedacht, das hat der eine oder andere Schweizer oder Schweizerin noch die Erkenntnis, dass er pensioniert wird. Du kannst in ein anderes Land leben wie ein König.
48:36
Ich habe noch viel später gesehen. Das habe ich schon gesehen, dass sie nach Thailand ziehen. Das ist natürlich cool, wenn du ein Einkommen hast aus der Schweiz. Aus Deutschland. Aus Deutschland. Das ist natürlich kein schlechter Lebensstil.
48:54
Ich habe immer wahnsinnig gerne gereist. Ich habe vorher gesehen, dass ich nicht ein Heimweh-Mensch bin. Ich bin ein Fernerweh-Mensch. Der wichtige Punkt war gar nicht, Ich verdiene jetzt genug Geld, sondern der wichtigste Punkt war, ich kann jetzt arbeiten, wo immer ich will. Ich muss nicht mehr dreimal in der Woche bei der NZZ in der Falkenstrasse im Sitzungszimmer sitzen, sondern ich kann jetzt wirklich das machen, was ich will. Ich habe dann gedacht, wie es nicht funktioniert, dann gehe ich zurück in einen Job. Ich war dann noch nicht vor zehn Jahren, glaube ich.
49:27
Ich war noch nicht zu alt, um wieder eine Stelle zu finden. Nach drei oder vier Wochen wusste ich, dass das irgendwie funktionieren muss, weil niemand in meinem Leben einen Chef hat. Es war wirklich eine Befreiung, plötzlich selbstständig zu sein und nicht fern gesteuert zu sein. Das war schon sehr cool.
49:45
In einer Woche kommt passierend auf einem deiner Erfolgsbücher «Blind» eine neue SRF-Krimiserie heraus. Mit was für einem Gefühl?
49:54
Ich habe wieder einmal Glück gehabt. Ich habe wieder einmal Glück gehabt.
49:59
Am 27. September Premiere im Rahmen des ZFF und dann am gleichen Tag geht es auch los bei uns im Universum. Wir sind quasi fertig am Schluss dieser Sendung. Ich möchte einfach noch schnell dir fragen, Pascal, genau, es ist so schnell gegangen. Du bist ein Vater von zwei Kindern, vier und sechs. Was gibst du denen mit ins Leben, von all dem, was du erfahren hast, was du gelebt hast in deinem Leben? Was ist dir wichtig, dass es mit deinen beiden Kindern weitergeht?
50:24
Ich denke, das Wichtigste ist einfach, dass man das macht, was man gerne macht. Dass man das macht, was man Spass hat daran und sich gar nicht überlegt, wie verdiene ich jetzt mein Geld und wie passiert das? Solange du das machst, was du wirklich gerne machst, dann kommt alles andere automatisch.
50:43
Wir haben zwei Beispiele wirklich erlebt in dieser Stunde, wo es so stimmt. Vielen Dank, es hat Spass gemacht mit euch, um das Wort aufzunehmen. Merci vielmals, dass ihr euch Zeit genommen habt. Ja, merci für dich. Von Herzen alles Liebe, alles Gute, viel Erfolg, was immer ihr in die Hand nehmen. Das war es von Persönlich. Merci vielmals. Danke für das Interesse. Und euch allen eine ganz gute Woche. Merci vielmals.
51:19
Die Sendung persönlich heute Sonntag aus dem Staatstheater Soleturn. Technik dies ganz. Moderation Christian Zeugin und Gäste, der hat es gehört. Christiane Brand, Schriftstellerin und Pascal Hildbrand, Surfer, Traurredner und Musiker. Die Sendung gibt es nochmal heute Abend am 10 Uhr auf SRF 1 oder zu jeder Zeit auf srf.ch-audio. Nächsten Sonntag freut sich Michelle Schönbechler auf euch und auf ihre beiden Gäste Renate Bach, Lehrerin und Käserin und Jürg Schwarzenbach-Unternehmer.
51:49
Das Ganze kommt aus dem Hotel Landhaus in Sahne. Und für die Veranstaltung, wenn ihr möchtet, vorbeigehen, braucht es keine Anmeldung. Nächsten Sonntagmorgen am 10.00 Uhr im Hotel Landhaus Sahne oder natürlich zu jeder Zeit um Radio geniessen auf SRF 1. Und übrigens am Mittwoch, am 11. November, habt ihr allenfalls schon gehört, feiern wir uns ein 50-jähriges Jubiläum der Sendung persönlich mit viel Prominenz live aus dem Zirkusknie in Aro. Wenn ihr dort dabei seid, braucht es Tickets, die man aber auch gewinnen kann. Zum Beispiel viermal zwei Stück, jetzt gerade auf studio.srf1.ch Einfach schnell ein Mail schreiben, studio.srf1.ch und mit ein wenig Glück seid ihr dabei am Mittwoch, 11. November.
52:31
im grossen persönlichen Jubiläum in Aro.